Wieviel Hobbys brauchen Kinder?

Jeder kennt sie: Kindergartenkinder die Englisch lernen, ein Instrument spielen und im Sportverein sind. Das Thema Hobby und Kleinkinder bzw. Kinder ist immer wieder im Brennpunkt vieler Elterngespräche. Zwar sind sich alle Eltern einig, dass Kinder Hobbys brauchen um ihre Interessen und Stärken zu fördern, aber bei der Anzahl der Hobbys kommt es schnell zum Streit. Es gibt Befürwörter die sagen, dass Kinder gar kein Hobby bis zum Schuleintritt brauchen und die Zeit einfach zum Spielen und Entdecken nutzen sollen. Die gegnerische Partei setzt auf das Argument, dass man in jungen Jahren noch am Besten und vor allem spielerisch lernt. Wer hat Recht und gibt es vielleicht doch einen goldenen Mittelweg?

Hobbys sollen Spaß machen?

Natürlich soll ein Hobby Spaß machen und das ist auch bei den meisten angebotenen Freizeitaktivitäten für Kinder der Fall. Allerdings sollte ein Hobby auch den Interessen des Kindes entsprechen und nicht etwas nur besucht werden, weil alle dorthin gehen oder der beste Freund bzw. die Lieblingsfreundin. Fakt ist auch, dass Kinder nicht zwangsweise ein Hobby brauchen um glücklich oder besonders talentiert zu werden. Natürlich kann das richtige Hobby ein Kind stärken und fördern, allerdings nur so lange es ohne Druck und aus Spaß gemacht wird. Generell gilt, umso jünger das Kind, desto weniger Lernfaktor sollte ein Hobby beinhalten. Meisten sind Sportarten wie Turnen, Tanzen oder Fussball gute Anfangshobbys, da hier spielerisch die Motorik verbessert wird und die natürliche Bewegungsfreunde gefördert. Erstlingseltern können entweder im Kindergarten nach Freizeitangeboten für Kleinkinder nachfragen oder den Familienteil der Gelben Seiten durchstöbern.

Mein Kind bewegt sich nicht gerne?

Bei Eltern deren Kinder gar kein Hobby besuchen, hört man oft, dass diese zwar schon einiges ausprobiert hätten, das Kind aber nach ein paar Malen keine Lust mehr hatte dorthin zugehen. Hier müssen Eltern besonders gut aufpassen: Beobachten Sie Ihr Kind vor, während und nach einem Hobby. Stellen Sie sich die Frage, was macht mein Kind gerne? Ist er oder sie eher ruhig oder aktiv? Ist es schüchter oder kontaktfreudig? Ist es musikalisch oder malt es gerne? Auch bei dem allerliebsten Hobby wird Ihr Kind eines Tages den Wunsch äußern nicht mehr hinzugehen und Eltern sollten dann auch nicht sofort einwilligen, sondern schauen ob es nicht nur Tagesform abhängig ist. Auch ist es ratsam an solchen Tagen beim Hobby dabei zu bleiben und sich selbst davon zu überzeugen, ob es während dieser Zeit Spaß hat oder nur gequält mit macht. Oftmals ist es wie bei uns Erwachsenen und der innere Schweinehund sagt nein, obwohl wir aufblühen sobald wir im Auto sitzen und doch hinfahren.

Wieviel Hobbys sind zu viel?

hobby ballet kinder

Diese Frage müssen sich vor allem die Eltern stellen, deren Kinder sehr interessiert oder sehr vielfältig sind. Es gibt durchaus Kinder, die daran Spaß haben jeden Tag etwas anderes zu Lernen und dabei noch viel Bewegung brauchen. Hier sollten Eltern darauf achten auch Ruhephasen in den Alltag zu bringen und mindestens zwei Tage in der Woche hobbyfrei zu gestalten. So bleibt auch noch genügend Zeit für Freunde und die wichtige Langeweile, die unsere Kinder dazu anregt kreativ zu bleiben und sich selbst eine Beschäftigung auszudenken. Das ist nicht nur gut für das Gemüt, sondern nimmt auch den Leistungsdruck heraus. Ganz schlimm ist es, wenn die Kinder offensichtlich nur ein Hobby der Eltern wegen besuchen. Das ist leider immer noch in manchen Familien der Fall. Dort lernt das vollkommen unmusikalische Kind ein Instrument, weil es schick ist ein Klavier im Haus zu haben oder es muss zum Fussball, obwohl es zwei linke Füße hat und Bälle nicht ausstehen kann. Hier haben die Eltern leider den Blick für das Wohl des eigenen Kindes übersehen und leben oftmals eigenen unerfüllte Kindheitswünsche aus. Hier können nur Hinweise aus dem eigenen Familien- oder Freundekreis eine Hilfe für das Kind sein oder aber vom Hobby-Leiter des Kindes.

Fazit: Zwei bis drei Hobbys für Kinder ab frühestens 4 Jahren sollten ausreichen. Schnuppern Sie mit Ihrem Kind ein paar mal in die Hobbys rein, bevor eine echte Anmeldung passiert. Wenn das Kind wirklich kein Interesse an dem Hobby hat, dann zwingen Sie es nicht zum mitmachen. Es sollten mindestens zwei Tage pro Woche hobbyfrei sein. Achten Sie auf die Interessen des Kindes und wählen danach ein passendes Hobby aus, dann wird Ihr Kind auf Dauer viel Lernen können und hat dabei jede Menge Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.