Mit der Gründung einer eigenen Familie verändern sich auch die Beziehungen zu Ihren Mitmenschen. Insbesondere Freundschaften zu Frauen, die selbst noch keine Kinder haben, stehen oftmals ganz plötzlich auf der Probe. 

Geteiltes Glück, geteiltes Leid – Wie verändert eine Schwangerschaft Ihre Freundschaften?

Als Ansprechpartnerinnen in allen Lebenslagen sind gute Freundinnen Gold wert. Sie sind es, die immer ein offenes Ohr für uns haben. Sie sind uns zugleich Seelentrösterin, Beziehungsberaterin, moralische Instanz und Gefährtin zum Pferde stehlen. Und in Zeiten der Einsamkeit oder Langeweile hängen sie stundenlang mit uns am Telefon, um über Gott und die Welt zu quatschen. Doch was, wenn sich in Ihrem Leben eine Mutterschaft ankündigt?

Outdoor portrait of young pregnant couple in field

Eine Schwangerschaft betrifft automatisch auch Ihr Sozialleben. So kann die Phase von Schwangerschaft, Geburt und Elternzeit gerade für Ihre engsten Freundschaften schnell zur Geduld- und Zerreißprobe werden. Natürlich dreht sich für Sie nun vieles um die bevorstehende Mutterschaft. Automatisch verändern sich auch Ihre persönlichen Interessen und Prioritäten.  Und auch die Schwangerschaft selbst fordert ihren Tribut: So fehlt es Ihnen vielleicht schlichtweg an Energie- und Zeitreserven, um Ihre Freundschaften so intensiv zu pflegen wie früher.

Unterschiedliche Lebensmodelle prallen aufeinander

Besonders Freundinnen, die selbst kinderlos sind, fühlen sich nun möglicherweise aufs Abstellgleis geschoben. Wer jetzt nicht lernt, sich und seine Bedürfnisse innerhalb der Freundschaft mitzuteilen, wird schnell enttäuscht. Ein erhöhtes Maß an gegenseitiger Empathie, Rücksichtnahme und Fingerspitzengefühl wird notwendig: Denn plötzlich treffen völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Natürlich kann gerade deshalb ein Kind auch viele positive und belebende Aspekte in Ihre Freundschaften bringen. Dafür jedoch müssen Sie sich über die anstehenden Veränderungen grundlegend im Klaren sind, Ihre gegenseitigen Ansprüche neu formulieren und sich immer wieder mit Verständnis und Geduld begegnen.

Machen Sie sich bewusst, dass sich viele kinderlose Frauen durch eine Schwangerschaft der Freundin in einer schwierigen Gefühlssituation befinden. Oftmals empfinden Sie die Mutterschaft der anderen als Konkurrenz bzw. persönliche Kritik am eigenen Lebensentwurf. Wenn dann noch ein eigener, bislang unerfüllter Kinderwunsch hinzukommt, fällt es mitunter schwer, sich aus ganzem Herzen zu freuen und Anteil am Familienglück zu nehmen. Umso wichtiger ist es, ehrlich miteinander im Gespräch zu bleiben. Dabei sollten unangenehme Gefühle wie Neid, Frust und Traurigkeit ebenso Raum finden wie unausgesprochen Wünsche und Ängste.

Tipp: Versuchen Sie, Ihre Freundin von Anfang an in die Schwangerschaft einzubeziehen. Bummeln Sie z.B. gemeinsam nach Babykleidung, oder laden Sie die Freundin ein, Sie zur Ultraschall-Untersuchung zu begleiten. Dies funktioniert natürlich nur, wenn sie zumindest grundlegend ein Interesse an Kindern hat.

Gemeinsamkeiten pflegen

Fragen Sie Ihre Freundin, wie Sie sich die gemeinsame Zeit nun vorstellt. Natürlich sind Sie, zumindest übergangsweise, auf das Entgegenkommen der Freundin angewiesen. Spätestens nach der Geburt ist es meist für längere Zeit mit spontanen Treffen vorbei. Nun muss die Freundin eine Zeitlang in Vorleistung gehen. Nehmen Sie diese besondere Rücksichtnahme Ihrer Freundin nicht als selbstverständlich hin, sondern würdigen Sie diese als große Freundschaftsgeste. Und auch wenn sich für Sie nun vieles um das Baby dreht: Versuchen Sie, von Zeit zu Zeit etwas zurückzugeben. Initiieren Sie zwischendurch auch mal ein Treffen oder einen Anruf von sich aus, und seien Sie emotional verbindlich. Meistens reicht dafür schon eine Umarmung und ein „Danke, dass du gerade jetzt so für mich da bist.“

Auch wenn es Ihnen schwer fällt: Fixieren Sie sich nicht ausschließlich auf Ihr Kind. Viele frischgebackene Mütter kriegen zwar die Treffen mit der Freundin koordiniert, verfallen dann aber nur allzu schnell in Monologe über Babypflege, Breikochen und die Verdauung des kleinen Spatzes. Wenden Sie sich stattdessen im Gespräch auch Ihrer Freundin zu. Hören Sie zu, fragen Sie nach und versuchen Sie offen zu bleiben.

Tipp: Pflegen Sie schon früh nach der Geburt  wieder eigene Hobbys und Interessen. Nur so bleiben Sie langfristig zufrieden – Ihre Freundschaften werden es Ihnen danken. Auch für Ihr Kind selbst ist es das richtige Signal: Denn für eine gesunde Entwicklung muss es lernen, dass Mama auch ein eigenes Leben hat. Und dazu gehören selbstverständlich gute Freunde.

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