Kinderbetreuung im Vergleich

Das Thema Kinderbetreuung ist in Deutschland nach wie vor ein heißes Eisen. Während die einen gerne eine Betreuung möchten, aber keinen Platz bekommen sind andere Eltern fest der Meinung man dürfe die Kinder erst mit drei Jahren zum Kindergarten schicken. Doch unabhängig von den Meinungsunterschieden ist es immer noch eine traurige Tatsache, dass es in Deutschland viel zu wenig Betreuungsplätze gibt. Eltern können sich glücklich schätzen einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr zu bekommen. Dieser kostet dann natürlich auch dementsprechend viel und bietet trotzallem viel zu geringe Betreuungszeiten. In Deutschland sind Eltern darauf angewiesen, dass sich ihr Arbeitgeber an die Betreuungssituation anpasst und nicht dass eine Kita die angemessene Betreuungszeit garantiert.

In anderen Ländern sieht es ganz anders aus

Wenn wir einen Blick zu unseren Nachbarnländern rüber werfen, merkt man schnell dass es hier ganz anders ausssieht. In der Schweiz gehen viele Mütter wieder arbeiten, wenn das Kind 3 Monate alt ist und die Kitas richten sich hierauf ein. Eine Kinderkrippe für die Kleinen ist in der Schweiz bereits ab dem 4. Lebensmonat möglich und das Kind kann in der selben Einrichtung bis zum Schuleintritt mit 6 Jahren verbleiben, wie zum Beispiel in der Kinderkrippe Müsliburg aus Luzern. Die Betreuungszeiten beginnen morgens um 7 Uhr und enden um 18:30 Uhr. Hier sind nicht nur Arbeitszeiten mit abgedeckt, sondern auch eventuelle An- und Abfahrtszeiten vom Büro. Die Gebühren sind zwar in den einzelnen Regionen unterschiedlich geregelt, richten sich aber fast immer nach dem Einkommen der Eltern, so dass es für alle sozialen Schichten möglich ist, sich einen Betreuungsplatz zu leisten. Auch in Frankreich, Belgien oder die Niederlande ist eine frühe Kinderbetreuung zum Standard geworden.

Warum tut sich Deutschland so schwer mit der Kinderbetreuung?

Holzbauklötze mit Schild KiTa-Platz

Hierzu muss man sagen, dass es nicht im gesamten Deutschland so schlecht aussieht. Zwar gibt es gesamtregional immer noch einen Mangel an Betreuungsplätzen unter 3 Jahren, aber in den alten Bundesländern ist die Ganztragesbetreuung auch von kleinen Kindern und Babys besser geregelt. Durch den geschichtlichen Hintergrund und langjährigen Förderbeiträgen sind die Kommunen hier eher in der Lage die Kitas zu renovieren. Während in Süddeutschland der klassische Kindergarten meisten nicht über genügend Platz zum Schlafen oder eine eigene Küche verfügt. Hier sind die räumlichen Bedingungen oft nur mit großen finanziellen Aufwand zu erfülllen und über dieses Geld verfügen die Gemeinden in der Regel nicht. Sicherlich ist die schlechte Kinderbetreuung in Deutschland auch ein Grund für den Geburtenrückgang, denn so ein Betreuungsplatz – wenn man ihn denn ergattert hat – ist nicht gerade günstig. Es wird tatsächlich noch viele Jahre dauern, bis annäherend genügend Betreuungsplätze für unter Dreijährige vorhanden sind. Dennoch bemühen sich die meisten Gemeinden, die Anforderungen der Regierung und der Gesellschaft nach und nach zu erfüllen.

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