In guten Händen: Die richtige Betreuung für Ihr Kind

Kita oder Tagesmutter? Wo ist Ihr Kind am besten aufgehoben? Eine Entscheidungshilfe.

 

Hilfe, mein Kind in fremden Händen …

Die erste Zeit daheim mit dem Baby vergeht wie im Flug. Und früher oder später stellt sich allen Eltern die Frage nach einem passenden Betreuungskonzept für ihr Kind. Viele Mütter sind jetzt verunsichert, erscheint es ihnen doch als ein Drahtseilakt vorauseilenden Vertrauens, das eigene Kind in quasi-fremde Hände zu geben. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Sie sich gründlich über die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten informieren und diesen Schritt vorausschauend und von langer Hand planen. 

Wie gut sind Tagesmütter?

Der wohl größte Vorteil einer Tagesmutter sind ihre flexibleren Betreuungszeiten. Gerade wenn Sie im Schichtdienst arbeiten oder öfter einmal Überstunden leisten müssen, kann Ihnen eine Tagesmutter sehr viel eher entgegenkommen, als das in einer Kita möglich ist.

Gerade Mütter von Säuglingen und Kleinkindern wissen es außerdem zu schätzen, dass die Betreuung bei einer Tagesmutter in kleineren Gruppen sowie in privaten Räumlichkeiten stattfindet. Die Atmosphäre dort ähnelt zunächst einmal der gewohnten Umgebung zu Hause. Eine private Wohnung, eine Küche, ein Spielzimmer – das fühlt sich im Empfinden vieler Mütter, gerade wenn ihr Kind noch sehr klein ist, erst einmal intimer, persönlicher und vertrauensvoller an. 

Ein Nachteil von Tagesmüttern ist tendenziell der Krankenstand. Denn fällt Ihre Tagesmutter wegen Krankheit aus, sind sie automatisch gehandicapt. Außerdem sind Sie auch in allen anderen pädagogischen Belangen auf die Kooperation einer einzigen Person angewiesen, was durchaus schwierig sein kann: Widerspricht der erzieherische Ansatz der Tagesmutter Ihren eigenen Vorstellungen, gibt es kein ausgleichendes Element, beispielsweise durch eine Team-Kollegin. Das Fehlen des kollegialen Austauschs kann sich durchaus nachteilig auf die erzieherische Praxis und Reflexion und somit auch auf die Förderung Ihres Kindes auswirken. Grundsätzlich ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Tagesmütter keine pädagogischen Fachkräfte sein müssen. Seit ein paar Jahren gibt es aber eine einheitliche Schulung die 160 Stunden umfasst und ohne die man keine Tagesmutter mehr werden kann. Hier werden den angehenden Tagesmüttern (und Vätern) nicht nur Erste-Hilfe Kurse gelehrt, sondern auch andere pädagogisch wichtige Inhalte für die Erziehung von Kindern vermittelt.

Gruppenausflüge ins Freie sind für Tagesmütter mitunter schwieriger zu bewältigen, da sie dafür ggf. eine zweite Aufsichtsperson benötigen bzw. so viele Kinderwagen gar nicht gleichzeitig  zum Spielplatz schieben können. Eine gute Alternative kann daher eine Tagesgroßpflegestelle sein. Hier arbeiten mehrere Tagesmütter gemeinsam und betreuen etwas größere Gruppen, was ein sinnvoller Kompromiss sein kann. Im Optimalfall gibt es aber auch einen Garten oder Spielplatz in der Nähe.

In der Kita ist immer was los!

Aufgrund der größeren Gruppenstärke können Kinder übrigens in den Kitas schon sehr gut das Sozialverhalten trainieren. Das ist ein riesiger Vorteil von Kindertagesstätten. Hier sind die Kinder oftmals auch leichter vom Heimweh abgelenkt, da sie ständig andere Kinder um sich herum haben, und weil immer etwas spannendes passiert. Es gibt Projekttage, saisonale Feste, Wanderausflüge und ein ständig wechselndes Tagesstrukturangebot. So entstehen teilweise schon richtige Freundschaften zwischen Kleinkindern. Gerade bei Einzelkindern ist eine Kita eine gute Möglichkeit für kindgerechtes Spielen! Viele Eltern berichten auch von Entwicklungssprüngen, die ihre Kleinen machen, seitdem sie in einer Kita sind.

Auf die Liste, fertig, los – der Kampf um einen Betreuungsplatz beginnt

Bei der Frage nach der richtigen Betreuung für Kinder scheiden sich häufig die Geister. Nicht immer jedoch hat man als Eltern die Wahl. Wenn man den aktuellen Statistiken und Prognosen glauben darf, hat in Deutschland noch immer nur etwa jedes vierte Kind unter drei Jahren die Chance auf einen Betreuungsplatz. Dabei schneiden im bundesweiten Vergleich die westdeutschen Kommunen immer noch deutlich schlechter ab. In ländlichen Regionen ist es besonders schwierig. Gerade hier sind Tagesmütter eine gute Alternative. Wenn Sie jedoch eine Kindertagesstätte bevorzugen, gilt es gerade in den Regionen wo die Ressourcen knapp sind, schneller als die anderen zu sein!

Es ist inzwischen übrigens keineswegs mehr unüblich, bereits Monate vor der Geburt des Babys Kindertagesstätten zu besichtigen und sich dort auf die Warteliste setzen zu lassen. Scheuen Sie sich nicht und rufen Sie lieber einmal zu oft an! Denn bei der Suche nach einem Kita-Platz gilt immer noch: Wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Viele Kitas bieten übrigens von Zeit zu Zeit einen Tag der offenen Tür an. Nutzen Sie diese Gelegenheiten und lassen Sie sich, wenn es in Ihrer Region mehrere Kitas gibt, auf so viele Wartelisten wie möglich schreiben. So erhöhen Sie Ihre Chancen auf einen guten Betreuungsplatz und gewinnt später Flexibilität und Entscheidungsspielräume.

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