Geschwisterchen unterwegs – Liebevolle Vorbereitung auf den Familienzuwachs

Ein neues Baby ist im Anmarsch. Doch was kommt jetzt auf Sie und Ihre Liebsten zu? Große Geschwisterliebe, Neid und Eifersucht: Konkurrenzkämpfe zwischen Geschwisterkindern lassen sich nicht vermeiden, sie gehören sogar dazu. Gerade darin jedoch liegt der Schlüssel zur emotionalen Stärke von Geschwisterkindern. Natürlich gibt es trotzdem einige Dinge, die Sie tun können, um auch den „kleinsten“ Familienmitgliedern die Ankunft des neuen Babys zu erleichtern. Denn eines steht fest: Wenn ein kleines Geschwisterchen kommt, dann kommen zugleich große Veränderungen auf Ihre Familie zu…

Der richtige Zeitpunkt:  Wann und Wie sagen wir es?

Der Augenblick, in dem Sie Ihr Erstgeborenes über die Schwangerschaft informieren, sollte natürlich gut gewählt sein: Je jünger Ihr Kind ist, umso später sollten Sie den bevorstehenden Familienzuwachs ankündigen. Denn gerade für Kleinkinder ist die monatelange Dauer einer Schwangerschaft nur schwer zu überblicken. Endloses Warten jedoch kann die anfängliche Vorfreude schnell in großen Frust verwandeln. Irgendwann lässt sich Ihr Babybauch natürlich nicht mehr übersehen. Spätestens jetzt sollte der Moment der Aufklärung folgen. Anhand des wachsenden Bauches können Sie verständlich und nachfühlbar erklären, wie das Baby darin heranwächst.

„Mama ist schwanger, kleiner Schatz“

Völlig anders ist die Situation, wenn Ihr Kind schon zur Schule geht. In diesem Fall sollten Sie es so früh wie möglich, am besten schon nach Ablauf der ersten drei Monate, über den bevorstehenden Familienzuwachs informieren. So verhindern Sie, dass Ihr Kind die großen Neuigkeiten von Bekannten oder Lehrern erfährt. Es ist außerdem sehr wichtig, dass Sie für dieses wichtige Gespräch einen angemessenen und persönlichen Rahmen schaffen, in dem ausreichend Raum und Zeit für all die Fragen ist, mit denen Ihr Kind Sie ganz sicher bestürmen wird.

Gute Vorbereitung ist alles

Tipp: Lesen Sie schon während der Schwangerschaft mit Ihrem Kind Bücher und Geschichten über den Alltag mit einem Baby. So hat das bisherige Nesthäkchen die Gelegenheit, sich mit Phantasie, Neugier und Vorfreude auf den Familienzuwachs vorzubereiten, während es zugleich noch Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit genießen darf. Seien Sie vor allem immer auch ehrlich. Schwärmen Sie nicht nur in den schönsten Tönen vom Leben mit dem neuen Baby als Spielkameraden, sondern vermitteln Sie zugleich, dass das Baby noch sehr hilflos, klein und pflegebedürftig sein wird. Machen Sie deutlich, dass es einige Zeit und Geduld brauchen wird, bis das Geschwisterchen Stück für Stück selbständiger wird. Eine tolle Möglichkeit kann es übrigens auch sein, mit Ihrem Kind zu einer so genannten Geschwisterschule zu gehen, die es an vielen Geburtskliniken gibt. Wichtig ist in jedem Fall, das Erstgeborene spielerisch in die alltäglichen Aufgaben einzubinden, so dass es sich wichtig und gebraucht fühlt.

Konkurrenz ist wichtig

Es ist ganz natürlich, dass Ihr Erstgeborenes oftmals den Impuls verspüren wird, sich seiner selbst in der Position des Mächtigeren zu versichern. Diese Form der Selbstvergewisserung und Machtdemonstration, so nervenaufreibend wir als Eltern sie mitunter erleben werden, ist als Entwicklungsschritt jedoch sehr wichtig für Ihr Kind. Geschwisterliche Konkurrenzkämpfe sind tatsächlich ein Meilenstein für die kognitiv-emotionale Entwicklung Ihrer Kinder. Gerade Geschwisterkinder sind es, die im ständigen Aushandeln all der Rivalitäten, Frustrationen und lästigen Kompromisse quasi automatisch den Umgang mit unangenehmen Gefühlen wie Eifersucht und Verlustangst erlernen. Sie müssen sich behaupten, machen zugleich aber auch die wertvolle Erfahrung, aus Rücksicht die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, ohne dass dies zwangsläufig den Verlust der Elternliebe darstellt. Der wohl wichtigste Lernprozess ist für große Geschwisterkinder jedoch folgender: Sie machen immer wieder die Erfahrung, dass sie all die negativen Gefühle, die sie anfangs als so bedrohlich erleben, am Ende für sich persönlich verarbeiten und bewältigen können. Und aus genau dieser Ressource gewinnen sie, auch im späteren Leben, immer wieder Selbstvertrauen und persönliche Stärke. Wenn Sie als Eltern sich diese enorme psychologische und emotionale „Leistung“ Ihres Erstgeborenen vor Augen führen, wird Ihnen wohl deutlich, dass es in erster Linie eines ist, was sie täglich tun können, um Ihrem Kind in seiner bevorstehenden Lebensphase als großes Geschwisterchen zu helfen: Zeigen Sie ihm unermüdlich und immer wieder, dass Sie es bedingungslos lieb haben.

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