Lebensmittelallergien bei Babys und Kleinkindern erkennen und behandeln

Bei Säuglingen und Kleinkindern treten Lebensmittelallergien vergleichsweise selten auf. Oftmals sind es Grundlebensmittel, die zu allergischen Reaktionen führen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind gegen ein bestimmtes Lebensmittel allergisch sein könnte? Dann werden Ihnen die Informationen und Tipps aus diesem Ratgeber sicher weiterhelfen.

Unverträglichkeiten und Allergien nicht verwechseln

Wichtig ist in erster Linie, die Lebensmittelallergie von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu unterscheiden. Die Symptome sind in beiden Fällen ähnlich, allerdings wird eine Allergie immer vom Immunsystem des Körpers ausgelöst, während es bei der Unverträglichkeit nicht beteiligt ist.

Die wichtigsten Auslöser für Lebensmittelallergien bei Babys und Kleinkindern

Bei Allergien im Säuglings- und Kleinkindalter sind in 90 Prozent der Fälle Grundlebensmittel die Auslöser. Dazu gehören:

  • Kuhmilch
  • Eier
  • Nüsse
  • Weizen
  • Fisch
  • Soja

Kuhmilch ist der häufigste Auslöser für Lebensmittelallergien bei KindernAm weitesten verbreitet ist die Milcheiweißallergie. Sie tritt bei drei von 100 Babys im ersten Lebensjahr auf, darf aber nicht mit der Laktoseintoleranz verwechselt werden. Viele wichtige Fakten über die Kuhmilcheiweißallergie und die Unterschiede zur Laktoseintoleranz sind auf der Website von Nestlé Health Science zusammengefasst. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Lebensmittelallergie, die im Säuglingsalter aufgetreten ist, von allein bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr wieder verschwindet. Mütter können einer Lebensmittelallergie vorbeugen, indem sie ein paar Dinge bei der Einführung von Beikost beachten.

Symptome für eine Lebensmittelallergie

Lebensmittelallergien zeigen sich bei Kindern auf vielfältige Weise, weshalb es oft schwer ist, sie als solche zu erkennen. Meist ist die Haut betroffen: Sie reagiert mit Rötungen, Ekzemen, Juckreiz und Nesselsucht auf die Allergie. Im Mund kommt es zu einem unangenehmen Brennen und Schwellungen. Babys mit Lebensmittelallergien niesen viel und haben eine verstopfte Nase. Auch Husten und Asthma kommen häufig vor. Der Magen-Darm-Trakt zeigt ebenfalls in vielen Fällen allergische Reaktionen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfungen, Erbrechen und sogar Blut im Stuhl. Je nach Ausprägung der Allergie sind die Symptome unterschiedlich stark. Einige Babys verspüren nur ein leichtes Kratzen im Hals, andere leiden unter schweren Durchfällen. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einem allergischen Schock kommen, bei dem der ganze Kreislauf zusammenbricht.

Leidet Ihr Kind unter einer Lebensmittelallergie?

Umso wichtiger ist es, die Lebensmittelallergie frühzeitig zu erkennen, damit das allergieauslösende Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden kann. Das ist die einzige Möglichkeit, um dem Kind die Beschwerden zu ersparen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind eine Lebensmittelallergie haben könnte, beobachten Sie es ganz genau. Treten die Probleme immer kurz oder einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf? Dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Allergie hoch. Einige Reaktionen zeigen sich jedoch auch erst 24 bis 48 Stunden nach dem Verzehr des Lebensmittels. Führen Sie daher am besten zwei bis vier Wochen ein Lebensmittel-Symptom-Tagebuch. Schreiben Sie dort genau auf, was Ihr Kind isst und trinkt und welche Beschwerden es anschließend zeigt. Zeigen Sie dieses Tagebuch Ihrem Kinderarzt oder einem Allergologen, damit entsprechende Blut- und Hauttests durchgeführt werden können. Dies ist die sicherste Methode, um eine Allergie bei Babys zu diagnostizieren.

Verdacht auf Lebensmittelallergie – Was nun?

Sofern der Arzt eine Allergie gegen ein bestimmtes Lebensmittel wie Kuhmilch, Nüsse oder Eier vermutet, sollten Sie es mindestens sieben bis 14 Tage komplett vom Speiseplan streichen. Nach dieser Diät wird der Arzt Ihr Kind mit dem verdächtigten Lebensmittel erneut in Kontakt bringen. Sofern jetzt wieder allergische Reaktionen auftreten, ist die Diagnose gesichert. Nun gilt es, das Lebensmittel erst einmal für ein Jahr zu meiden. Damit es nicht zu ernährungsbedingten Mangelerscheinungen kommt, sollten Sie sich bei der Diät von einem Ernährungsberater unterstützen lassen. Nach einem Jahr wird unter ärztlicher Aufsicht getestet, ob die Allergie weiterhin besteht. Nur, wenn dann wieder Symptome auftreten, muss die Diät fortgeführt werden.

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